Ensemble November-Dezember

Lettre d’information de la DFG de Bielefeld
von Marie-Lu Matzke

« Il y a plus d’idées dans deux têtes que dans une. » (Jacques Chirac)
“Zwei Köpfe haben mehr Ideen als einer.” (Jacques Chirac)
… und wir, das Team aus Vorstand und Beirat, haben viele Ideen, um die Deutsch-Französische Gesellschaft Bielefeld attraktiv und modern zu gestalten.

Liebe Mitglieder, chères amies et chers amis,
der November markiert das Ende des Herbstes mit sonnigen Tagen und bunten Blättern, wird aber
zunehmend von grauen, kalten Tagen geprägt und leitet den Übergang zum Winter ein. Ein besonderer Monat also, in dem wir in der DFG durch vielfältige Aktivitäten dem „Grau“ des Monats trotzen und für Sie „Sonnenscheinmomente“ haben.


Und hier sind sie, die “Sonnenscheinmomente” Da die folgende Onlineveranstaltung von Europe Direct nicht in unserem Programm steht, möchten wir Sie hierauf besonders aufmerksam machen, da sie ein aktuelles politisches Thema behandelt. Die Teilnahme ist kostenlos.
Die Herausforderungen in unserm Nachbarland sind gewaltig: Schulden, Reformstau und
gesellschaftliche Blockaden. Kann Frankreich sich noch selbst retten?
Diese und weitere Fragen diskutieren die Frankreich-Expertin Élisabeth Cadot und der Europa-Kenner Siebo Janssen, moderiert von Jochen Leyhe.


Dienstag, 18. November um 19:00 Uhr:
Frankreich im Umbruch – wohin steuert die „Grande Nation“? | erfolgskreis-gt.de


Bitte bei diesem Link anmelden. Sie bekommen dann einen Zugangscode.
Europe Direct – PRO WIRTSCHAFT GT

Und nun geht es mit den angekündigten Veranstaltungen weiter, die von nicht minder aktuellem Interesse sind.
Vortrag von Pia Husmann, Die ‚Jungenkrise‘ im Französischunterricht am Montag, den 17. November 2025 um 18:15 in der VHS , Ravensberger Park, Raum laut Anzeigentafel Immer weniger Jungen wählen das Fach Französisch: eine alarmierende Entwicklung mit weitreichenden Folgen für die Zukunft der deutsch-französischen Beziehungen. Warum scheuen Jungen diese Sprache, und welche Rolle spielen dabei affektive, soziale und strukturelle Faktoren? Basierend auf einer empirischen Studie, die das Wahlverhalten von Jungen an Gymnasien in NRW untersuchte, gibt der
Vortrag Einblicke in die Ursachen dieser Problematik und zeigt einige Perspektiven auf, wie das Interesse an dem Fach Französisch neu geweckt werden könnte.


Vortrag von Michael Wiersing Sudau, “Dans mon H.L.M.” – Renaud, le chanteur énervant am Freitag, den 21. November 2025 von 19:00 bis ca. 21:30 Uhr im Murnausaal der VHS, Ravensberger
Park.
Er ist nicht das ‘enfant terrible’ des französischen Chansons, bezeichnet sich selbst aber als “nervigen Sänger”, wenn er für soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und Frieden Position bezieht. Renaud Séchan, geboren 1952, bringt seit Mitte der 1970er Jahre eine ganz eigene Sprache in seinen Liedern zum Ausdruck. Er ist das soziale Gewissen der Bürgerlichen, singt Protestlieder, wie auch unerwartet zärtliche Oden an seine geliebte Frau. Als wirklich überzeugter Vater besang er sein Kind noch vor der Geburt. Dazu Lieder, die das Leben feiern – ob das “kleine Glück” der Verkäuferin oder Kurioses im Alkoholrausch.
Renaud ist schnodderig, gerne unintellektuell, zugleich jedoch ein wacher Beobachter und ernsthafter Einordner von Ereignissen, die ihn selbst betreffen, betroffen machen. Er gibt Denkanstöße. Weiterhin produktiv, ist er immer noch unterwegs. Trotz Alben, die sich teils 2 Millionen Mal verkauften, bleibt Renaud eine ehrliche Haut.
Alle Teilnehmer bekommen die Originaltexte und für diesen Abend von allen Liedern entstandene
Übersetzungen ausgedruckt zum Lesen und Mitnehmen. Französische Sprachkenntnisse sind vorteilhaft, aber nicht nötig, um die Lieder zu genießen. Wer allein Lust auf die Musikalität der Sprache hat, ist hochwillkommen – die Lieder werden erläutert.
135 Minuten (mit 15 Minuten Pause)
Getränke werden angeboten.

Was erwartet die Fans des französischen Films im November und Dezember?


Voilà:
Heureux gagnants (6 richtige – Glück ist nichts für Anfänger) am 24.11.2025
1 chance sur 19 millions. Plus de probabilité d’être frappé par une météorite que de gagner au loto. Pour nos heureux gagnants, le rêve va rapidement se transformer en cauchemar, et leur vie va voler en éclat dans un spectaculaire feu d’artifices de comédie noire et de sensations fortes. Véritable pépite d’humour, “Heureux gagnants” enchaîne quatre histoires dans lesquelles les héros voient leur vie virer au cauchemar après avoir touché le gros lot. Ce film de Romain Choay et Maxime Govare suit le destin de gens qui viennent de gagner au Loto et regarde les conséquences globalement funestes de cet « heureux » hasard dans un film qui rappelle la comédie à l’italienne.

Mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 19 Millionen ist ein Gewinn im Lotto weniger wahrscheinlich als von einem Meteoriten getroffen zu werden. Doch das Glück ist scheinbar auf der Seite von Ehepaar Roussel, Ahmed, Sandra Arnaud, dem Rentner Henri und seinem Pflegepersonal und der jungen Julie, die nicht nur den 10-Millionen-Euro-Jackpot geknackt hat, sondern direkt danach sogar von ihrem Traummann Thomas auf Händen getragen wird. Doch schon bald nach ihren Lotto Gewinnen verwandelt sich das wahrgewordene Wunder für alle Beteiligten in einen ebenso explosiven wie urkomischen Albtraum.


Monsieur Aznavour am 15.12.2025
Paris, années 1930. Le jeune Charles (Tahar Rahim) grandit dans des conditions difficiles, fils d’immigrés arméniens. Malgré la pauvreté et une voix peu conventionnelle, il s’accroche à son rêve de devenir chanteur. Porté par une ambition inébranlable, il se bat pour percer – et croise le chemin de l’icône Édith Piaf. Mais son ascension n’est pas sans sacrifices. Charles est-il prêt à laisser derrière lui ceux qu’il aime ?


Paris in den 1930er Jahren: der junge Charles Aznavour (Tahar Rahim) entdeckt seine Leidenschaft für die Bühne und fasst den Entschluss, Sänger zu werden. Doch die Ausgangslage ist alles andere als vielversprechend – ohne Geld, als Sohn armenischer Einwanderer und mit einer unkonventionellen Stimme zweifelt sein Umfeld an seinem Erfolg. Als schließlich die Chanson-Ikone Édith Piaf auf ihn aufmerksam wird, scheint der Durchbruch greifbar. Doch wie viel ist er bereit, für seinen Traum zu opfern?

Die Themen der Table ronde am 26.11.2025 werden Ihnen kurzfristig mitgeteilt.


Bei den Rencontres du jeudi am 27.11.2025 wird zwanglos geplaudert und natürlich der Besuch des Weihnachtsmarktes am 11. Dezember besprochen.


Im Cuisine-Kurs am 28.11.2025 rücken festliche Gerichte pünktlich zum Fest in den Vordergrund.


Viele haben an der einen oder anderen Jubiläumsveranstaltung teilgenommen. Deshalb kommt hier ein ausführlicherer Rückblick:

75 Jahre Deutsch-Französische Gesellschaft in Bielefeld
(Text von Doris Burzlauer)


„75 Jahre DFG! Das Jubiläum muss gefeiert werden“, war der anfängliche Beschluss von Vorstand und Beirat vor vielen Monaten…


Nach der Resonanz der Gäste des Abends sagen wir: Die Arbeit hat sich gelohnt!


Am Neumarkt heißt die Adresse, an der unser Jubiläum gefeiert werden sollte. Da muss es doch auch einmal einen Altmarkt gegeben haben… Und tatsächlich. Früher war dort ein wunderschöner Wochenmarkt, wie man ihn heute noch oft in Frankreich findet. Für unsere Jubiläumsfeier ein idealer Ort – zentral gelegen, das Légère Hotel mit ansprechenden Räumlichkeiten, groß genug für den Empfang der zahlreichen Gäste, und die Stadtbibliothek vis-a vis für den anschließenden Gastvortag Prof. Dr. Michael Braun von der Konrad-Adenauer-Stiftung.


75 Jahre Deutsch-Französische Gesellschaft Bielefeld e.V.


Engagement als Bielefelder Zivilgesellschaft, um die Beziehungen zwischen den deutschen und den französischen Bürgern zu vertiefen und dadurch einen Beitrag für das friedliche Miteinander der Menschen in Europa zu leisten durch Wissen, Toleranz, Verständigung.

Dieser Leitgedanke der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bielefeld – für jeden sichtbar projiziert und immer noch aktuell – und das Zitat Robert Schumanns zur Geburtsstunde der EU vor 75 Jahren „Der Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen, die der Größe der Bedrohung entsprechen.“ bildeten den Rahmen für den festlichen Empfang im Légère Hotel mit vielen Mitgliedern, Freunden und Gästen aus nah und fern.


Umrahmt wurde der Empfang von bretonischer Musik auf der keltischen Harfe von Lydie Römisch.
Die Präsidentin der DFG, Marie Lu Matzke, begrüßte die Gäste aus vielen Städten NRWs, insbesondere den Generalkonsul der französischen Republik in NRW, Dr. Etienne Sur, den Präsidenten der VDFG (Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V.), Jochen Hake, die zweite Bürgermeisterin der Stadt Bielefeld, Karin Schrader, die Bezirksamtsleiterin aus Bielefeld Senne, Oester-Barkey, die befreundeten Deutsch Französischen Gesellschaften, Mitglieder, Freunde und Sponsoren. Sie ließ die vielfältigen Aktivitäten der DFG Bielefeld Revue passieren, insbesondere das innovative Jubiläums– Kooperationsprojekt mit dem Freundeskreis
Bielefeld-Senne – Concarneau „Unbegrenzt miteinander und barrierefrei vernetzt“ für Menschen mit kognitiven Einschränkungen aus unserer Partnerstadt Concarneau. Dieses Projekt, unterstützt von dem Deutsch Französischen Bürgerfonds und der Mehdorn-Stiftung, war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg.


Die Erwähnung, dass Bielefeld ab 1807 sechs Jahre lang unter Napoleon zum Königreich Frankreich gehörte, dürfte nicht jedem bekannt gewesen sein und führte immer wieder zu erstauntem Schmunzeln; denn von Februar 1811 bis Oktober 1813 verlief die Grenze zwischen Frankreich (unter der Herrschaft Napoleons) und dem Königreich Westfalen (unter der Herrschaft seines Bruders Jérôme) tatsächlich entlang des Johannisbachs quer durch die Bauerschaft des heutigen Schildesche. Die Bauern mussten also Landesgrenzen überwinden, um zu ihren Feldern zu gelangen.
Eine Plakette zu diesem Ereignis, angebracht von der DFG Bielefeld, befindet sich am über 1000 Jahre alten Hof Meyer-zur-Müdehorst an der ehemaligen Landesgrenze.

Berichtet wurde von Marie-Lu Matzke insbesondere über einen weiteren Höhepunkt des Jahres: Im Juli, am heißesten Tag des Jahres, begann unsere Jubiläumsreise nach Lothringen unter der fachkundigen Führung von Gudrun Streit. Ein Highlight dieser Fahrt war der Besuch des Robert-Schuman-Hauses, in dem der „Gründervater“ Europas gelebt und gearbeitet hat. In seinem Haus zu stehen, seine berühmte Rede auf dem Schreibtisch zu betrachten und insbesondere die Besichtigung der Gedenkstätte gegenüber zu besuchen, waren eindrucksvoll und bleiben unvergessen.

Zum Schluss ihrer Rede machte Marie-Lu Matzke auf einen weiteren Höhepunkt unseres Jubiläumsjahres aufmerksam: das Konzert am 3. November in der Oetkerhalle mit dem Ensemble TangoPhil. Absolut hörenswert!


Nach ihrer Begrüßung übergab die Präsidentin das Wort an Dr. Etienne Sur, Generalkonsul aus Düsseldorf, der in seiner Rede zu den wichtigsten Grundgedanken der deutsch-französischen Beziehungen Stellung nahm und sich sehr wertschätzend über unsere langjährige Arbeit äußerte, die besonders in Bielefeld umfangreich und erfolgreich ist. Jochen Hake, der Präsident der Vereinigung der Deutsch-Französischen Gesellschaften für Europa (VDFG), übernahm anschließend das Wort und hob in seiner Rede u.a. lobend hervor, dass wir gute Kooperationen mit den Gesellschaften in NRW pflegen, die sich untereinander sehr gut vernetzt haben und die sich engagieren, um durch die Verständigung das Ziel eines friedlichen Europas zu erreichen. Der Vernetzung und dem Engagement auf Bundesebene durch die VDFG und die FAFA auf französischer Seite ist es zu verdanken, dass der Deutsch Französische Bürgerfonds das Licht der Welt erblickte, der viele Projekte ermöglicht – wie zum Beispiel unser gemeinsames Projekt mit dem Freundeskreis Senne-Concarneau. Und hier schließt sich wieder der Kreis. Ohne die
finanzielle Förderung wäre den Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen die Teilhabe an einem für alle Beteiligten sehr wertvollen Austausch nicht möglich gewesen.


Bürgermeisterin Karin Schrader lobte die freundschaftlichen Beziehungen zu unserm Nachbarland Frankreich, die insbesondere durch die unschätzbare Basisarbeit der Deutsch-Französischen Gesellschaften unterstützt werde und die in der Förderung des Austausches sowie im kulturellen Dialog so wichtig seien.
Nach den offiziellen Reden genossen die Gäste bei einem Glas Sekt und Fingerfood den Austausch mit anregenden Gesprächen, machten neue Bekanntschaften und genossen den kurzweiligen Abend.
75 Jahre DFG in Bielefeld, eine der ältesten Deutsch-Französischen Gesellschaften des Landes! Wir können ein wenig stolz sein, insbesondere auf die positive Entwicklung der letzten Jahre, die sich durchaus auch in der steigenden Mitgliederzahl bemerkbar macht.

Der zweite Teil des Festaktes wurde den literarischen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich gewidmet. Welcher Ort wäre geeigneter als die wunderbaren Räume der Stadtbibliothek? Nach einer Einleitung durch Dr. Jutta Golawski-Braungart sprach Professor Dr. Michael Braun, Leiter des Referats Literatur bei der Konrad- Adenauer-Stiftung in Bonn, zum Thema Versuchte Nähe. Frankreich und Deutschland in der Literatur nach 1945.

Diese Beziehungen sind ein Kernbereich der deutsch-französischen Kulturbeziehungen überhaupt. Mit Professor Dr. Braun hatten wir einen ausgewiesenen Kenner für dieses literarische Thema, das in der gut besuchten Stadtbibliothek mit Interesse verfolgt wurde. Eine Publikation des Vortrags als Buch (Erscheinungsdatum Dezember 2025) wird die Bedeutung der deutsch-französischen Beziehungen und ihre Pflege durch unsere Gesellschaft noch einmal bekräftigen. Unser Dank gilt allen Mitwirkenden, Organisatorinnen und Organisatoren, Prof. Dr. Michael Braun, der Stadtbibliothek Bielefeld und den Sponsoren, ohne die diese wunderbare Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre: der Regina und Wolfgang Böllhoff Stiftung, der Sparkasse Bielefeld, der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, der Dürkopp Fördertechnik GmbH.

Der Film Belleville mit anschließenden Konzerten Begeisterung in Bielefeld!
(Marie-Lu Matzke)


Ein weiteres besonderes Ereignis folgte kurz nach der Jubiläumsfeier. Paris – genauer gesagt Belleville – „kam“ zu uns nach Bielefeld. Die Dokumentarfilmerin Daniela Abke, die den Film Belleville – belle et rebelle gedreht hatte, und drei Musiker des Films Joseph Pantaleo, Besitzer des Le Vieux Belleville und Sänger, Riton la Manivelle, Chansonnier und Michel Refutin, Akkordeonist, traten nach der Vorführung des Films mit Chansons im Foyer des Lichtwerks auf. Niemand wollte sich die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit musikalischem Café-Musette-Ambiente aus
Paris entgehen lassen. Und so wurde das Lichtwerk zu einem Ort, an dem sich die französische Seele bei den Bielefeldern meldete, um Lieder von Fréhel, Piaf und Gainsbourg zu singen, zu tanzen und den Abend zu genießen.
Am Samstag gaben die Künstler des Films eine weitere Kostprobe ihres Könnens bei einem Kultur trifft französische Kulinarik-Event im Restaurant l’arabesque. Ein unvergesslicher Abend „en très grande famille“ bei Ridha Bejaoui, seiner Frau Gisela Hering-Bejaoui und seiner Familie.
Dieses Erlebnis wurde durch die Unterstützung der Sparkasse Bielefeld ermöglicht.

Notre repas d’anniversaire – un vrai dîner de fête !
Unser Jubiläumsessen – ein wahrliches Festessen !
(Marie-Lu Matzke)


Am 24. Oktober 2025 wurde das 75-jährige Bestehen der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bielefeld mit einem Jubiläumsessen im BrackwederHof, der ein feines Festmenü kredenzte, gefeiert. Das Menü war nicht nur lecker, sondern köstlich, und da das Auge bekanntlich mitisst, waren die „amuse-bouche“ und alle anderen Gerichte geschmackvoll angerichtet, sodass man sich genussvoll dem Essen – und wie in Frankreich üblich – den Gesprächen hingeben konnte. Auch wenn Paul Prudhomme (1940 – 2015) behauptet, dass man kein Silberbesteck braucht, um gut zu
essen, so trugen die festlich gedeckten Tische dennoch zum stilvollen Ambiente dieser Feier bei.

CDs mit Liedern französischer Interpretinnen und Interpreten aus 75 Jahren dienten als „Platzkarten“. Emotionen mit Musik verbinden – ein Auftakt in den schönen Abend. Ein Rückblick auf die Aktivitäten der DFG in den letzten Jahren und die Aktivitäten im Jubiläumsjahr, die berührenden Filme über den Austausch mit den Papillons Blancs aus Concarneau und eine Hommage von Astrid Bock an Frankreich in französischer Sprache mit deutscher Übersetzung
bildeten den Unterhaltungsrahmen für das Dîner. Frankreich-Zauber – Astrid Bock erzählte von dem mysteriösen Reiz, von der magischen Kraft, die dieses Land nicht nur auf sie ausübt: eine Liebeserklärung an Frankreich, an das Französische, an die Menschen und an die deutsch-französische Freundschaft für Europa.


Vive la France, vive l‘Allemagne, vive l’amitié franco-allemande, vive l’Europe!
Vive l’Association Franco-Allemande de Bielefeld

Leidenschaft zwischen Buenos Aires und Paris
(Regine Ortmann)


TangoPhil und Johanna Götz begeistern im Jubiläumskonzert der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bielefeld

Ein Abend voller Gefühl, Virtuosität und Charme: Das Ensemble TangoPhil (Mitglieder der Bielefelder Philharmoniker und Gäste) und Sängerin Johanna Götz sorgten am 3. November 2025 im Kleinen Saal der Rudolf Oetker-Halle für ein musikalisches Glanzlicht im 75. Jubiläumsjahr der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bielefeld.
Das Programm verband argentinische Tangos und französische Chansons – von Astor Piazzolla und Carlos Gardel bis zu Joseph Kozma – zu einer eindrucksvollen Hommage an Leidenschaft und Lebensgefühl. Das Ensemble überzeugte mit präzisem, hochmusikalischem Zusammenspiel, das die emotionale Spannweite des Tangos zwischen Melancholie und Energie meisterhaft auslotete.

Johanna Götz erwies sich als charismatische Interpretin. Mit ihrer ausdrucksstarken, warm timbrierten Stimme und einem charmanten Vortrag ließ sie alle Stücke, die sie mitgestaltete, lebendig werden. Sie „lebt“ die Musik, interpretiert jede Zeile mit emotionaler Tiefe und feiner Nuance. Dabei entstand ein sensibles Wechselspiel zwischen Sängerin und Ensemble, das die Zuhörer spürbar berührte.


Das Publikum reagierte begeistert – Standing Ovations und Tränen in den Augen einiger Zuhörer bezeugten die emotionale Kraft des Abends. Als Zugabe erklang das unvergessene Chanson „Padam“ von Joseph Kozma, das die Stimmung noch einmal auf den Punkt brachte.


Mit diesem Konzert ist der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bielefeld ein besonderer Höhepunkt ihres Jubiläumsjahres gelungen – ein Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie Musik Grenzen überwindet und Menschen emotional verbindet.

Ein grandioses Konzert zum offiziellen Abschluss unseres Jubiläumsjahres.

Festvortrag – ein “erster Blick” auf die Publikation der Festrede
(Dr. Jutta Golawski-Braungart)


Frankreich ist mit Deutschland so eng verbunden wie mit keinem anderen Nachbarn sonst. Das
trifft besonders seit 1963 zu, nachdem Charles de Gaulle und Konrad Adenauer den deutsch
französischen Freundschaftsvertrag geschlossen haben.


Auch die beiden Literaturen sind sich zeitweise sehr nahegekommen. Gleichwohl ist die
Geschichte der deutsch-französischen Literaturbeziehungen der letzten 80 Jahre auch geprägt
von hochfliegenden Erwartungen, kleinmütigen Empfindlichkeiten und wechselseitigen
Missverständnissen. Michael Braun fragt in seinem Vortrag anlässlich des 75-jährigen Bestehens
der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bielefeld nach den Versuchen der Nachbarliteraturen,
eine neue Nähe herzustellen. Im Mittelpunkt stehen dabei Dichter und Schriftstellerinnen, die der
literarischen Verständigung der Nachbarn entscheidende Impulse gegeben haben, wie Stefan
Andres mit seinem Versöhnungsroman Die Hochzeit der Feinde (1947). Hier wird der Frage nach
Schuld und Gewissen, Gedächtnis und Vergessen nachgegangen. Paul Celan wiederum
thematisiert in seinen Gedichten über Paris und die Deutschen ebenso wie in seinen
Übersetzungen Zugehörigkeiten, die ihn als Wahlpariser in den 50er, 60er Jahren besonders
beschäftigen. Georges-Arthur Goldschmidt, der sich als „Écrivain français und deutscher Dichter“
versteht, weil er als jüdisches Kind in Frankreich vor den Nationalsozialisten versteckt wurde und
er von beiden Sprachen und Kulturen geprägt ist. Auch Barbara Honigmann, die seit 1984 in
Straßburg lebt, schreibt Geschichten vom Jüdischsein in Frankreich und Deutschland, ein Thema,
das ebenfalls Jonathan Littell in seinem provozierenden Nazi-Täterroman Les Bienveillantes
(2006) darstellt.


Das Cover, das an dieser Stelle die Publikation illustrieren sollte, konnte leider ebenfalls nicht
hochgeladen werden.

Michael Braun stellt schließlich auch die Bedeutung von Romanen vor, die unsere Gegenwart
betreffen, und schildert Situationen aus dem Kulturbetrieb, die zeigen, dass man immer wieder
lernen muss, aufeinander zuzugehen. Und um sich besser zu verstehen, kann Literatur ein guter
Vermittler sein. Zur Anregung sind deshalb dem Text der Rede einige kommentierte Hinweise auf
aktuelle Romane und Erzählungen hinzugefügt.


Die Einleitung der Herausgeberin skizziert ergänzend einige bedeutende Stationen aus der
Geschichte der deutsch-französischen Literaturbeziehungen vom Mittelalter bis 1945.
Gegen eine Spende von 11,00 € geben wir das Buch gerne an die Mitglieder und Freunde der DFG
Bielefeld ab.
Konto: Deutsch-Französische Gesellschaft Bielefeld, IBAN: DE46 4805 0161 0015 3010 13)
Das Buch erhalten Sie dann mit der Weihnachtspost zugeschickt.

Zum Schluss möchten wir noch einmal auf unser Jubiläumsjahr zurückkommen. Welche Musik
wurde in Frankreich in unserem Gründungsjahr gespielt? Hier ein Kaleidoskop der musikalischen
TOP-Hits des Jahres 1950. Wenn Sie auf Ihre eigene Verantwortung die folgende Seite aufrufen
(Denn weder die DFG noch wir übernehmen eine Haftung für eventuelle Schäden.), werden Sie es
erfahren:

Good days in Paris ~

Und wer es ‚etwas‘ moderner mag: hier der Titel, unter dem Sie die TOP 30 des Jahres 2025 hören
können (natürlich auf eigene Verantwortung, denn weder wir noch die DFG übernehmen eine
Haftung für eventuelle Schäden)


TOP 50 Chansons 2025 Playlist Chanson Française 2025 Slimane, Vitaa, Vianney, Claudio Capéo


Zum Schluss noch ein Hinweis: Wie jedes Jahr treffen wir uns auf dem Weihnachtsmarkt am Lions‘
Stand: am Donnerstag, den 11. Dezember um 18:00 Uhr (Ecke Niedernstraße-Obernstraße).


Chers amis, en cette période de Noël, nous pensons tout particulièrement à vous. Que cette
nouvelle année vous apporte joie, santé et de merveilleux moments à partager avec vos proches.
Nous espérons avoir le plaisir de vous revoir bientôt. Joyeux Noël et bonne année 2026!


Liebe Freunde, in dieser Weihnachtszeit denken wir ganz besonders an Sie. Möge das neue Jahr
Ihnen Freude, Gesundheit und wundervolle Momente mit Ihren Lieben bescheren. Wir hoffen, Sie
bald wiederzusehen!

Frohe Weihnachten und ein gesundes, glückliches 2026!


Cordialement,


gez. Marie-Lu Matzke, Vorsitzende


Doris Burzlauer, 2. Vorsitzende


Ulrich Reetz, Schatzmeister