Verleihung der Europamedaille an die DFG-Bielefeld e.V.
Die DFG Bielefeld freut sich außerordentlich über eine besondere Auszeichnung:
Am 21. Juli 2026 bekamen wir von Frau Verena Mertens, MdEP (Mitglied des Europäischen Parlaments (auch Europaabgeordnete genannt), die Europamedaille überreicht.
Mit der Europamedaille würdigt die CDU/CSU-Gruppe in der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament seit 1993 Menschen und Organisationen, die sich in besonderer Weise für Demokratie, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und den europäischen Gedanken einsetzen.
In der Region OWL ist die DFG Bielefeld die sechste Organisation, die diese Würdigung erhält.
Die Verleihung fand an einem strahlend schönen Sommermorgen im Café am Bürgerpark statt. Einige Mitglieder des Beirats der DFG dekorierten den Frühstücksraum mit europäischen, französischen und deutschen Akzenten. Herr Frank Strothmann, Erster Bürgermeister der Stadt Bielefeld, half gleich tatkräftig mit.
Alles war bestens bereitet, und uns alle erfasste eine gespannte Stimmung voller Vorfreude.
Die einleitende Rede hielt unsere Präsidentin Frau Marie-Lu Matzke. Sie brachte gleich zu Beginn unsere übergroße Freude über die Verleihung der Europamedaille an die DFG Bielefeld zum Ausdruck. Unser herzlicher Dank geht an Frau Mertens für diese wunderbare Anerkennung unserer Aktivitäten, die uns alle mit großem Stolz erfüllt und uns motiviert, unsere Arbeit mit Enthusiasmus fortzuführen.
In ihrem Vortrag stellte Frau Matzke die Leitmotive unserer Gesellschaft vor: Europa stärken und für den europäischen Gedanken werben. Wir möchten die deutsch-französische Freundschaft, seit der Nachkriegsgeschichte Motor für den Zusammenhalt in Europa, intensiv fördern. Um durch unser Programm eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, bieten wir verschiedene Veranstaltungsformen zur Informationsvermittlung, zum Austausch und Dialog und zur Begegnung miteinander an. Wir konzentrieren uns auf Gebiete der Kultur, Gesellschaft, Politik und Geschichte. Dabei sollen uns auch der Genuss und das gewisse Savoir-vivre beflügeln – bei einem gemeinsamen Dîner, einem Kochkurs, einem gelegentlichen Glas Wein und einem Ausflug nach Frankreich beispielsweise.
Unsere Herzensangelegenheit der deutsch-französischen Völkerverständigung in einem geeinten Europa, so Frau Matzke weiter, ist vor allem zukunftsorientiert.
Deshalb ist für uns die Förderung und Inspiration junger Menschen essenziell. Neben vielfältigen, regelmäßigen Formaten der Jugendarbeit wie Abitur- und Förderpreise stellte Frau Matzke unsere jüngste Unterstützung bei einem von den drei Schülerinnen Julia Horvart, Sophia Rusu und Lara Uluyol hervorragend ausgearbeiteten und durchgeführten Projekttag mit dem Titel ‚Entre deux mondes vor, das vor anderthalb Wochen am Ceciliengymnasium in Bielefeld Premiere hatte.
Da wurde konkret deutlich, wie die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Träume und Lebensziele in einem vereinten Europa verwirklichen können.
Frau Matzke verwies ebenfalls auf unser Kooperationsprojekt mit dem Partnerschaftskomitee Bielefeld-Senne – Concarneau mit den Papillons Blancs im Juni vergangenen Jahres, das Pilotprojekt für Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Diese Erfahrungen haben uns alle tief berührt und beeindruckt.
Von unserer Basis Bielefeld ziehen unsere Projekte weite Kreise. Durch die Vernetzung unserer DFG auf Landes- und Bundesebene und auf französischer Orts-,Regional- und Landesebene geben wir mit unseren Aktivitäten Impulse und können uns gegenseitig inspirieren und unterstützen.
Unser Leitmotiv ‚Ensemble‘ – so heißt auch der Newsletter – verdeutlicht unseren Auftrag, im Dialog und tiefer Freundschaft Europa zu stärken und weiterzubauen. Auf diese Weise beflügelt Ensemble auf allen Ebenen unsere Arbeit.
Herr Strothmann würdigte unsere Gesellschaft im Namen der Stadt Bielefeld sehr
ausführlich.
Er ging im Einzelnen auf unsere Veranstaltungen ein und betonte dabei insbesondere deren Variabilität und die Niederschwelligkeit: ob es um Vorträge zur Musik Frankreichs, zur Literatur, Malerei und Geschichte geht, um oft durchaus humorvolle Beiträge zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen unseren Ländern, um Konzerte in der Rudolf-Oetker-Halle oder den Besuch einer Kunstausstellung, vielfältig und bunt. Und für jeden Interessierten ist etwas dabei.
Dabei man muss häufig nicht einmal Französisch sprechen können! Die meisten Veranstaltungen sind für jedermann zugänglich. Die DFG bereichert auf vielfältige Weise das Leben der Bielefelder Bürgerinnen und Bürger und ist somit ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung und zum Frieden.
Herr Strothmann ging ebenfalls auf unsere nunmehr 76-jährige Geschichte ein. Die DFG Bielefeld wurde bereits fünf Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs gegründet und war eine der ersten in Deutschland. So ist die Europamedaille Auszeichnung für mittlerweile 76 Jahre andauerndes, innovatives Engagement. Er unterstrich und würdigte unseren ehrenamtlichen Einsatz und konnte sich vomunserem Esprit des ‚ensemble‘ hier bei der Veranstaltung ein Bild machen.
Frau Verena Mertens, MdEP, stellte in ihrer Laudatio das Element der Begegnung als
Fundament und Leitmotiv Europas in den Mittelpunkt.
Sie würdigte intensiv unseren Einsatz, Menschen zusammenzubringen und Orte der
Begegnung und des Vertrauens zu schaffen. Vertrauen ist unverzichtbar, um diese einzigartige Idee von Europa, über Grenzen hinweg Grenzen zu überwinden, zu realisieren.
Begegnung macht neugierig auf den anderen, auf die andere Sprache und Kultur, sie
inspiriert uns und öffnet neue Horizonte. Durch den Austausch entsteht eine neue, vielschichtige Dynamik, die Vertrauen bildet und uns motiviert, gemeinsam Lösungen zu finden.
Frau Mertens teilt mit uns ihre persönlichen Auslandserfahrungen in ihrer Jugend in England und Frankreich und betont, wie sehr diese Aufenthalte ihre eigene Biografie positiv geprägt und beeinflusst haben.
Die Europamedaille, so Frau Mertens weiter, ist eine Auszeichnung für das Wirken aller DFG-Mitglieder seit nunmehr 76 Jahren. Sie würdigt an dieser Stelle ausdrücklich die Weitsicht und den Mut, die die Gründer der DFG Bielefeld als Brückenbauer für Versöhnung und Vertrauen und eine gemeinsame Zukunft in einem Europa nur fünf Jahre nach Kriegsende zeigten.
Europa zu bauen, ist ein ständiger Prozess. Dieses Europa ist heute erneut in Gefahr. Politische Spannungen auf internationaler und innereuropäischer Ebene nehmen rasant zu, Debatten werden schärfer geführt, und Frieden in Europa ist plötzlich nicht mehr selbstverständlich. Europa braucht uns alle. Und Europa braucht Begegnungen.
Frau Mertens geht zum Abschluss ihrer Rede noch einmal konkret auf unsere Verdienste ein. Sie lobt unseren geduldigen und stetigen Einsatz und unsere Offenheit, Begegnungen zu schaffen und Brücken zwischen Menschen, Generationen und Nationen zu bauen. Weiter würdigt sie unser ehrenamtliches Engagement, Tag für Tag an der Basis für ein friedliches Europa mitzubauen. Die
Europamedaille übermittelt Respekt und Anerkennung für unsere, so Frau Mertens, beeindruckende Leistung.
Diese außerordentliche Würdigung und Anerkennung unseres Engagements durch die Verleihung der Europamedaille haben wir alle an diesem schönen Vormittag mit tiefer Freude empfunden. Voller Enthusiasmus besprachen wir zum Abschluss die vor uns liegenden Projekte und Vorhaben.
Astrid Bock








